KAISERWETTER: Jeden Tag andere Wettbewerbsaufgaben

BALLONFAHREN
bp gas alpine balloon trophy
Sonniges Schweben
Ballone aller Art, von flugfähigen Großmodellen über einen einsitzigen Cloud-Hopper und über zwei Dutzend Riesenkugeln, darunter als Premiere der nagelneue Helios-Ballon, bevölkerten den tiefblauen obersteirischen Himmel über Murau bei der 27. BP Gas Alpine Balloon Trophy.
skyrevue 1_2006

Es war Ballonvergnügen pur bei Kaiserwetter: „Seit 27 Jahren veranstalten wir die BP Gas Alpine Balloon Trophy - aber heuer hatten wir wirklich das schönste Wetter in all den Jahren. Die Ballone konnten jeden Tag bei Temperaturen um minus 10 °C, blitzblauem Himmel und Sonnenschein starten", zeigte sich Organisator Gert Scholz vom Team Polar höchst zufrieden. Der weltweit älteste Winter Ballonbewerb fand heuer von 28. Jänner bis 4. Februar 2006 und bereits zum achten Mal in der obersteirischen Bierstadt Murau statt, Rund 30 Ballonteams aus Deutschland, Holland, der Russischen Föderation, der Tschechischen Republik, der Ukraine und Österreich bewiesen in Insgesamt acht spannenden Bewerben Ihr Können und Geschick - den Gesamtsieg holte das ukrainische Team rund um Pilot Stanislaw Fuodoroff.
Schon beim bunten Eröffnungsspektakel war die gute Stimmung, die diese Ballonwoche begleitete, zu spüren; Neben den rund 30 bunten Ballonen, darunter auch der Special Shape-Ballon „Steirisches Herz", war dieses Mal auch Ivan Trifonov „Der Schreckliche" mit seinem Cloudhopper dabei. Trifonov ist bekannt für seine zahlreichen waghalsigen Ballonabenteuer, die ihm schon mehrere Einträge ins Guinness Buch der Rekorde einbrachten. Schon traditionell bei der Eröffnungsfeier; Einige ambitionierte Fallschirmspringer sprangen aus den Ballonkörben ab und landeten direkt vor den Füßen der begeisterten Zuschauer.

ATTRAKTIONEN; Cloud-Hopper am Himmel
Eine weitere Attraktion waren die zwei Modell-Ballone von Heimo Taus und Helmut Scherer: Der rot-gelbe Ballon ist mit 250 m2 der weltgrößte Modellballon und kann Lasten bis zu 50 kg transportieren. Ebenso dabei: Mitglieder des Modellfliegerclubs Ausseerland, die eine tollkühne Vorführung mit ihren Aufsehen erregenden Fluggeräten lieferten und Schulkinder aus Murau und Umgebung, in einem Fesselballon Höhenluft zu schnuppern".
Gleich am Eröffnungstag gab es heuer eine besondere Premiere: Ballon-Pionier Joschi Starkbaum absolvierte mit dem neuen Ballon von Hauptsponsor BP Gas Austria die Jungfernfahrt. Vom „Ballonfahrer-Virus" bereits infiziert und deshalb natürlich mit Im Korb war Mag. Andreas Kubek, BP-Geschäftsführer. „Die BP Austria ist bereits seit Anbeginn unser Hauptsponsor, durch das besondere Engagement von Mag. Kubek gelang es heuer, für Österreich einen neuen BP-Ballon in die Luft zu bringen", freut sich Veranstalter Gert Scholz über die nun schon 27 Jahre dauernde engagierte Unterstützung.
Der Name des Ballons „BP Helios" Ist die Verbindung zum bekannten BP-Logo - der weithin leuchtenden grün-gelben Sonne. „Der Sonnengott Helios lenkte im alten Griechenland den Sonnenwagen über den Himmel. Heuer fuhr er - in Gestalt eines Ballons - bei uns in Murau täglich über den Himmel", weiß Gert Scholz, warum der heurigen Trophy so viel Glück mit dem Wetter beschert war.
Nacht der Ballone am Boden.

Große Freude über den 1. Platz gab es beim ukrainischen Team: Der Sieg ging nach acht spannenden Bewerben relativ knapp an die weißrussischen Teilnehmer mit dem Piloten Stanislaw Fuodoroff - voller Freude stimmte die wackere Balloncrew gleich bei der Preisverteilung einen lautstarken, ukrainischen Gesang an, der allerdings keine Extrapunkte brachte. Den zweiten Platz erkämpfte sich Andreas Augustin mit dem schwarz-weißen Ballon „Via Appia" aus Deutschland und am dritten Platz landete der Salzburger Helmut Meierhofer mit seinem „Spengler-Ballon".
Besonders erwähnenswert ist die Leistung von Werner Fanninger aus Kärnten, der es mit seiner „Fanni l" beim diesjährigen Watch-Grab als einziger schaffte, zum Startplatz und in die Nähe der Stangen zu kommen - leider verfehlte er knapp den Hauptpreis, eine Orient Ouartz Titanuhr. Der Watch Grab wurde deshalb wiederholt, doch auch beim zweiten Versuch, konnte keiner der Piloten die Uhr „grabben". Als Anerkennung für seine Leistung und den Spitzenplatz bei Task 4, einer Weitfahrt, erhielt Fanninger die Uhr bei der Preisverteilung als Sonderpreis.

„Dieses Jahr hat es richtig Spaß gemacht, da wir jeden Tag neue Aufgaben stellen konnten", so die routinierte Wettkampfleiterin Charlotte Knittl. Von der klassischen Ziel- und Weitfahrt bis hin zur „Helios"-Jagd war alles dabei. „Das Wetter war zum Ballon fahren wirklich ideal - viel Sonne und keine starken Winde" so Knittl. Und die erfahrene Ballonpilotin meint weiters: „Das Murtal ist im Winter für Ballonfahrer ja ganz besonders reizvoll: Das Tal ist recht breit und die umliegenden Berge sind nicht allzu hoch. Deshalb ist es auch für Ballonfahrer, die weniger Erfahrung in den Alpen haben, möglich, tolle Fahrten bis hinunter nach Kärnten zu unternehmen."
Die „Nacht der tanzenden Ballone" lockte heuer über 200 Gäste - trotz eisiger Temperaturen - auf den Startplatz Murau West. Passend zum Mozart-Jubiläumsjahr leuchteten die bunten Giganten zur Musik des großen österreichischen Komponisten. Irene Flaggl von Flaggl Ballooning - sie führt bei der künstlerischen Darbietung Regie - integrierte aber auch moderne Songs wie „We are the Champions" von Oueen oder „Can you feel the love tonight?" von Elton John ins Programm. Der krönende Abschluss war aber der Donauwalzer, bei dem sich die Ballone zusätzlich im Kreis drehten. So entstand der Eindruck, als ob die Ballone wie verliebte Paare miteinander tanzen würden.
Ein gern gesehener „Stammgast" bei der BP Gas Trophy ist der passionierte Ballonfahrer und Extrem-Bergsteiger Wolfgang Nairz aus Innsbruck. Er war 1982 Leiter der Tiroler Expedition auf den Cho Oyu (Himalaja) und schafft mit seinen Vorträgen über Alpin- und Ballonabenteuer Begeisterung bei Ballonfahrern und - interessierten für die Schönheiten fremder Länder. Heuer zeigte er Filme über Ballon fahren in Kappadokien (Türkei) und in den Schweizer Alpen. Hoch interessant waren auch seine Ausführungen zum Thema „Was haben Bergsteiger und Top-Manager gemeinsam?". Zwei der Gemeinsamkeiten, nämlich der Auf- und Abstieg, treffen übrigens auch auf Ballonfahrer zu.
„Ein Brunnen für Äthiopien": Mittlerweile ist es zur Tradition geworden, dass im Rahmen der BP Gas Alpine Balloon Trophy auch eine Charity-Aktion durchgeführt wird. Vor zwei Jahren - anlässlich der 25. Veranstaltung - konnte Organisator Gert Scholz mit der Unterstützung der Ballonfahrer und Sponsoren bereits einmal eine großzügige Spende an „Menschen für Menschen" übergeben. 2006 feiert diese Hilfsorganisation selbst ihr 25-jährlges Bestehen - Grund und Ansporn für die Ballonfahrer, Sponsoren und alle sozial engagierten Menschen, wieder diese einzigartige humanitäre Äthiopienhilfe Karlheinz Böhms zu unterstützen.
HELIOS-JUNGFERNFAHRT: Im Korb BP-Chef Kubek und Rekordpilot Joschi Starkbaum